Mein erstes Judoturnier
Merkzettel für Kämpfer und deren Eltern

von Ralf Zelleröhr

Lange hat es gedauert, aber endlich ist es geschafft. Mit dem Bestehen der Prüfung zum gelben
Gürtel – oder auch 7. Kyu – hat ein Judoka die Möglichkeit, an Meister-schaften und Turnieren teil-
zunehmen. (Bei U12 und jünger reicht weiß-gelb.)
Ich möchte in diesem kleinen „Merkzettel“ auf einige Dinge hinweisen, die bei der Teilnahme zu
beachten sind.

Grundsätzliches

Im Judo wird unterschieden zwischen Turnieren und Meisterschaften. Turniere sind reine Einzel-
veranstaltungen. Meisterschaften aber dienen der Qualifikation für die nächsthöhere Ebene. Zum
Beispiel qualifiziert sich der Sieger der Kreismeisterschaft für die Bezirksmeisterschaft und der
Sieger der Bezirksmeisterschaf für die Landesmeisterschaft und so weiter bis zur Deutschen Meister-
schaft.

Außerdem gibt es Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften, bei Erwachsenen auch noch die Liga
von der Bezirks- bis zur Bundesliga.

Unterteilt sind alle Wettkämpfe in Alters- und Gewichtsklassen. Es gibt folgende Altersklassen: U10,
U13, U15, U18, U21 und Senioren. Wenn man U12 kämpfen möchte, darf man in dem Jahr nicht
mehr 12 Jahre alt werden usw.

Jungen und Mädchen kämpfen getrennt (Ausnahme: U12, wenn es ausdrücklich angekündigt wird)
und alle Kämpfer werden vor jedem Wettkampf gewogen. Es muss niemals ein kleiner, leichter Judoka
gegen einen großen, schweren kämpfen.

Vorbereitung

Was die Judotechniken und das Kämpfen angeht, werdet Ihr vom Trainer vorbereitet, aber man muss
auch selbst noch etwas tun: Die Tasche packen.
Folgende Dinge sollte man mitnehmen:

Judopass (gaaanz wichtig)
Judogi, Graduierungsgürtel, weißer Gürtel
Schlappen
Socken
Essen
Trinken
Trainingsanzug oder Pullover
Das wichtigste ist der Judopass, wer den vergisst, darf nicht kämpfen. Alles andere kann man zur Not
noch organisieren.

Judogi ist japanisch und heißt Judoanzug und Graduierungsgürtel ist der gelbe (oder eine andere Farbe).
Der weiße und rote Gürtel werden benötigt, um die Kämpfer auseinander halten zu können. Den roten
Gürtel braucht Ihr nicht selbst mitzubringen, dafür sorgt der Betreuer!

Schlappen, Socken und eventuell noch warme Sachen zum Überziehen sind auch wichtig, schließlich will
man zwischen den Kämpfen nicht frieren. Und ganz bestimmt soll man nicht barfuß durch die Halle laufen
und dann mit schmutzigen Füßen kämpfen.

Essen und Trinken kann man meistens in der Judohalle kaufen, aber selbst mitbringen ist mit Sicherheit
besser und billiger (aber keine Süßigkeiten – zumindest nicht so viel).

Normalerweise fahren wir alle zusammen zu den Wettkämpfen und treffen uns vorher an der Halle. Wer
dort nicht hinkommt oder für den Wettkampf verhindert ist, meldet sich natürlich vorher ab.

Nach dem Eintreffen in der Halle
Zuerst ziehen sich alle um und melden sich dann im Judoanzug mit dem Judopass in der Hand wieder bei
dem Betreuer. Dann werden alle Kämpfer gewogen. Hier sollte man sich unbedingt das Gewicht merken,
damit man später weiß, in welcher Gewichtsklasse man antreten muss. Und was die Waage zu Hause an-
gezeigt hat, ist unwichtig, es zählt nur die offizielle Waage beim Turnier. Beim Wiegen wird dann durch den
Kampfrichter auch der Judopass kontrolliert, danach kann der Pass wieder in der Tasche verstaut werden.
Jetzt langsam aufwärmen: Etwas Gymnastik, Uchi-Komi, lockeres Randori. Dann muss irgendwann die Matte
geräumt werden und die Kämpfe beginnen. Nötigenfalls etwas trinken oder essen (aber nicht zu viel) und sich
warm halten (Trainingsanzug über den Judogi ziehen).

Und wenn die Kämpfe beginnen, immer die Ohren aufhalten. Es wird durchgesagt, welche Gewichtsklasse auf
welcher Matte kämpft und wer gegen wen.

Die Kämpfe

Es wird immer durchgesagt: „Auf der Matte X finden jetzt die Kämpfe bis Y kg statt“. Dann sollte man sich an dieser
Matte aufhalten! Danach wird angesagt: „Es kämpfen A gegen B“ das bedeutet, dass der Erstgenannte den weißen
Gürtel zusätzlich umbindet, der Zweitgenannte den roten. Man stellt sich an der entsprechenden Seite auf (der rote
Kämpfer links vom Kampfrichter) und wartet auf das Zeichen des Kampfrichters, die Matte betreten zu dürfen. Man
verbeugt sich, geht zwei Meter vor und verbeugt sich erneut vor dem Gegner.
Bei „Hajime“ beginnt der Kampf. Den Gegner auf den Rücken werfen, das Kommando „Sorremade“ des Kampf-
richters abwarten, sich zum Sieger erklären lassen, verbeugen, fertig. Im nächsten Kampf dasselbe von vorn.
Na ja, ganz so einfach ist das natürlich nicht. Von zwei Kämpfern, die auf der Matte antreten, geht immer einer als
Verlierer, unentschieden gibt es nicht. Und man ist immer selbst schuld (nie der Torwart oder die schlechte Abwehr
und schon gar nicht der Kampfrichter). Und wie im Fußball lautet die wichtigste Regel „Der Schiedsrichter hat immer
Recht“.

Zu verlieren ist nicht schlimm. Um zu gewinnen, muss man oft erst Erfahrung sammeln und das geht nur, wenn man
oft kämpft. Wer oft kämpft, verliert auch oft. Nur wer nie kämpft, verliert nie.

Siegerehrung.
Wenn man gar nicht verloren hat, muss man auf jeden Fall zur Siegerehrung. Wenn man nur einmal verloren hat, auch.
Wenn man zweimal oder öfter verloren hat, sollte man den Betreuer fragen, ob man zur Siegerehrung bleiben soll.

Wenn Ihr noch Fragen habt, sprecht mich bitte an. Falls der Wunsch besteht, kann ich den Eltern gerne auch die Regeln
und verschiedenen Kampfsysteme erklären. Denn schließlich ist Judo nicht einfach, sonst hieße es Fußball.

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